Drei Wertungen für eine Routine
Ein spektakulärer Sprung fällt auf, erzählt aber nicht die ganze Geschichte. Bei Taolu-Wettbewerben mit Schwierigkeitswertung verteilen die IWUF-Regeln von 2024 die Grundwertung von zehn Punkten auf Bewegungsqualität — fünf —, Gesamtdarbietung — drei — und Schwierigkeit — zwei. Der Verband setzte diese Regeln am 1. Januar 2025 in Kraft. Zusätzlich gibt es besondere Innovationsboni. Die Zehn beschreibt deshalb die Grundstruktur und nicht jede mögliche Wertungssituation.
Worauf die Gruppen achten
Gruppe A zieht Punkte für technische und andere Ausführungsfehler ab. Gruppe B beurteilt die gesamte Darbietung: Kraftentfaltung, Koordination, Rhythmus, Choreografie und Ausdruck des Stils sowie gegebenenfalls die Musik. Gruppe C prüft, ob Schwierigkeitselemente und ihre Verbindungen die Anforderungen erfüllen. Von den zwei Punkten entfallen höchstens 1,4 auf Techniken und 0,6 auf Verbindungen. Ein schwieriges Element nur zu versuchen reicht für seine Anerkennung nicht aus.
Nicht überall gilt dieselbe Formel
Wettbewerbe ohne Schwierigkeitswertung, darunter Duilian und Gruppenroutinen nach diesem Regelwerk, vergeben sieben Punkte für Qualität und drei für die Gesamtdarbietung. Prüfe vor einem Vergleich die Disziplin und das im Programm genannte Regelwerk. Ein eindrucksvolles Video ohne diese Angaben lässt einen wichtigen Teil des Zusammenhangs offen.
Genauer zuschauen lohnt sich
Sieh dir eine Routine zweimal an: Achte zuerst auf die Rhythmuswechsel und danach darauf, wie jede Bewegung endet und in die nächste übergeht. Du musst deshalb nicht vom Sofa aus Kampfrichter spielen. Es geht darum, auch die Kontrolle zwischen den spektakulären Momenten wahrzunehmen und zu verstehen, warum zwei auf den ersten Blick ähnliche Darbietungen unterschiedliche Noten erhalten können.
