Zuerst das Regelwerk prüfen
Ein spektakulärer Tritt erklärt den Punktestand nicht allein. Dieser Beitrag behandelt Kyorugi nach World Taekwondo (WT) auf Grundlage der seit dem 1. Juni 2026 geltenden Regeln. Er lässt sich nicht automatisch auf ITF, Poomsae oder angepasste Kinderturniere übertragen. Prüfe vor dem Vergleich zweier Videos den Verband, die Wettkampfklasse und das Datum. Eine ältere Aufnahme kann eine inzwischen geänderte Punktevergabe zeigen.
Wie viele Punkte eine Aktion bringt
Artikel 12 legt für gültige Techniken folgende Werte fest: Fauststoß auf die Rumpfweste, 1 Punkt; Tritt zum Rumpf, 2; Tritt zum Kopf, 3. Bei einem gültigen Tritt mit regelkonform anerkannter Drehung gibt es 4 Punkte zum Rumpf oder 6 zum Kopf. Ein scheinbares Streifen des Ziels genügt nicht: Erlaubte Trefferfläche und Gültigkeitskriterien sind entscheidend. Ein Fauststoß zum Kopf gehört in diesem Regelwerk nicht zu den erlaubten punktbringenden Techniken.
Auch Uhr und Strafen beachten
Ein Gam-jeom bringt der Gegenseite normalerweise 1 Punkt. Seit der Juni-Aktualisierung werden für bestimmte bestrafte passive Verhaltensweisen in den letzten 10 Sekunden einer Runde 2 Punkte vergeben, aber nur ein Gam-jeom vermerkt. Deshalb kann sich der Punktestand ohne neuen Tritt ändern. Das Rundschreiben von USA Taekwondo erläutert diese Änderung und den auf 15 Punkte erhöhten Abstand für einen vorzeitigen Rundensieg im Best-of-three-System, sofern diese Regel angewendet wird.
Gewonnene Runden sind entscheidend
Im Best-of-three-Format zählen die gewonnenen Runden. Ein erfundenes Beispiel: 2–1 gewinnen, 0–10 verlieren und 3–2 gewinnen ergibt einen Sieg mit zwei Runden zu einer, obwohl die Summe der Punkte niedriger ist. Betrachte deshalb Punktestand, verbleibende Zeit und Runden gemeinsam. So kannst du eine Aufholjagd besser einordnen und einen auffälligen Schlagabtausch vom tatsächlichen Ausgang des Kampfes unterscheiden.
