Ein zusätzlicher Spieler löst nicht alles
Ausgabe vom 18. Oktober, veröffentlicht am 19. Oktober 2026.
Im Powerplay hat eine Mannschaft wegen einer gegnerischen Strafe mehr Feldspieler auf dem Eis. Fünf gegen vier ist ein häufiges Beispiel; die Torhüter werden dabei getrennt gezählt. Ein freier Schuss ergibt sich daraus nicht automatisch. Die Verteidigung kann weiterhin die Mitte schützen, Passwege schließen und das Spiel nach außen lenken. Die interessante Frage lautet deshalb nicht nur, wer den Puck besitzt. Entscheidend ist auch, wo der nächste nutzbare Raum entstehen könnte.
Bewegung braucht einen Blick für das Spiel
Hockey Canada verbindet in seinen Trainingsunterlagen die Bewegung von Puck und Spielern mit dem Schaffen von Zeit und Raum. Die Hinweise zum Scannen betonen außerdem Mitspieler und die Richtung des gegnerischen Drucks. Beim Zuschauen lohnt es sich deshalb, mehr als die Zahl der Pässe zu beachten. Hat der Empfänger schon eine Anschlussoption? Muss ein Verteidiger drehen oder eine Linie verlassen? Reine Zirkulation kann Zeit verbrauchen, ohne die Schusschance wirklich zu verbessern.
Eine Übung für die nächste Übertragung
Beobachte während eines Powerplays einige Sekunden lang nur einen Verteidiger. Achte auf seine Reaktion auf den Puck und auf Angreifer ohne Puck. Suche danach den Moment für einen Schuss, einen Pass durch eine Lücke oder einen Abpraller. Das ist eine Beobachtungsübung, keine allgemeine Vorgabe für eine bestimmte Formation. Sie zeigt auch, wann ein vorhandener Schuss sinnvoller sein kann als ein weiterer Pass.
