Der Stoff gehört zum Austausch
Im BJJ mit Gi bieten Jacke und Hose regelgebundene Griffmöglichkeiten. Die IBJJF verlangt sogar, dass der Stoff nicht so dick oder steif sein darf, dass der Gegner ihn nicht greifen kann. Die Kleidung ist damit mehr als eine Uniform: Sie beeinflusst die Verbindung zwischen den Sportlern.
Diese Möglichkeit fällt im No-Gi weg. Nach IBJJF-Regeln ist sowohl das Greifen der gegnerischen als auch der eigenen Kleidung ein Foul. Ein Rashguard darf also nicht wie ein Revers benutzt werden. Dieser konkrete Unterschied erklärt mehr als die pauschale Einteilung in ein schnelles und ein langsames Format.
Erst die Aufgabe des Griffs verstehen
Als Lernidee kannst du deinen Trainer fragen, wozu ein Stoffgriff dient: eine Bewegung einzuschränken, Abstand zu halten oder eine Verbindung zu bewahren. Anschließend lässt sich für dieselbe Situation eine erlaubte Alternative im No-Gi untersuchen. Nicht jeder Griff hat eine direkte Entsprechung, und nicht jede Übung lässt sich unverändert übertragen.
Beim Vergleich zweier Kämpfe lohnt es sich, zunächst auf die Griffstellen und den Verlust dieser Verbindung zu achten. So werden die Unterschiede greifbar, ohne entscheiden zu müssen, welche Variante das einzig echte Jiu-Jitsu sei.
Für den Wettkampf gesondert prüfen
Die IBJJF veröffentlicht eigene Bekleidungsvorgaben für Gi und No-Gi. Dazu gehören Stoffe und Farben beim Gi sowie Anforderungen an eng anliegende Oberteile und Shorts beim No-Gi. Was im normalen Training getragen wird, ist nicht automatisch für einen Wettkampf zugelassen.
Erlaubte Techniken hängen außerdem von der Klasse und dem geltenden Regelwerk ab. Ohne Gi ist nicht plötzlich jede Submission erlaubt. Prüfe vor der Anmeldung die Veranstalterregeln und kläre Fragen mit deiner Akademie. Das Titelbild zeigt die beiden Ausrüstungsarten; es bestätigt keine Wettkampfzulassung bestimmter Kleidungsstücke.
