Zuerst das Regelwerk klären

Ein Kampf kann bei Punktgleichstand enden und trotzdem einen Sieger haben. Nach IBJJF-Regeln helfen Vorteile und Strafen bei dieser Entscheidung. Diese Erklärung folgt dem vom Verband verlinkten Regelbuch vom Juni 2024, Version 6.1. Übertrage sie nicht automatisch auf AJP, ADCC oder andere Veranstalter. Dieselbe Sportart kann unterschiedliche Wertungssysteme verwenden.

Die Reihenfolge zählt

Bei einer Entscheidung nach Ablauf der Kampfzeit werden zunächst die Punkte verglichen. Sind sie gleich, gewinnt der Athlet mit mehr Vorteilen. Bei gleicher Anzahl an Vorteilen entscheidet die geringere Anzahl an Strafen. Sind alle drei Werte gleich, entscheidet je nach Besetzung der Kampfrichter oder das Kampfgericht. Berücksichtigt werden laut Regeln die offensivere Initiative und die Nähe zu wertbaren Positionen oder erfolgreichen Aufgabegriffen. Aufgabe oder Disqualifikation können den Kampf bereits vorher entscheiden.

Was ein Vorteil bedeutet

Er ist keine Belohnung für bloßes Bewegen. Die Regeln beschreiben beinahe erreichte Wertungen und Aufgabegriffe, die den Gegner tatsächlich in Gefahr bringen. Dabei beurteilt der Kampfrichter konkrete Kriterien. Ein Vorteil entspricht auch keinem halben Punkt: Mehrere Vorteile werden nicht in Punkte umgerechnet. Strafen stehen für Regelverstöße und sind keine positive Wertung des Athleten.

Ein leicht lesbares Beispiel

A beendet den Kampf mit zwei Punkten und ohne Vorteil, B mit null Punkten und drei Vorteilen. Wenn kein anderer Umstand den Kampf entscheidet, gewinnt A. Vorteile gleichen einen Punkterückstand nicht aus. Haben beide zwei Punkte und B einen Vorteil gegenüber keinem für A, gewinnt B. Lies deshalb die Spalten in ihrer Reihenfolge und warte stets auf die offizielle Entscheidung.