Ein irreführender Spitzname
Der Binturong, Arctictis binturong, wird auch Marderbär genannt. Dieser Name beschreibt einen Eindruck, nicht seine Verwandtschaft: Er gehört zu den Schleichkatzen, zu denen auch Zibetkatzen zählen, und ist weder eine Bärenart noch eine echte Katze. Dunkles, zotteliges Fell, helle Tasthaare und ein langer Schwanz machen seine Silhouette unverwechselbar. Der San Diego Zoo und das Smithsonian beschreiben ein Säugetier der tropischen Wälder Süd- und Südostasiens.
Der Schwanz gehört zum Weg
Ein Greifschwanz kann sich festhalten. Für einen Binturong zwischen den Ästen bedeutet das einen zusätzlichen Stützpunkt neben seinen Füßen. Das Smithsonian beschreibt eine nackte, lederartige Stelle nahe der Schwanzspitze, die den Halt verbessert. Zu beobachten, wie das Tier sein Gewicht verlagert, erklärt diese Anpassung besser als die Vorstellung eines bloßen Schmuckstücks.
Auch der niedrige, kräftige Körper und die kurzen Beine gehören dazu. Viel Zeit verbringt der Binturong kletternd oder ruhend über dem Boden. Dort ist sicherer Kontakt zu einem Ast entscheidend. Der Schwanz unterstützt Gleichgewicht und Bewegung; er macht aus dem Tier keinen Affen.
Ein Raubtier mit viel Obst auf dem Speiseplan
Carnivora bezeichnet hier eine biologische Ordnung, nicht ausschließlich fleischhaltige Mahlzeiten. Früchte bilden einen großen Teil der Nahrung, obwohl auch tierische Kost dazugehört. Der San Diego Zoo betont eine weitere Folge: Samen gefressener Früchte können mit dem Kot verbreitet werden. Der Weg durch den Wald verbindet so einen Futterplatz mit einem neuen Ablageort für einen Samen.
Die Art hinter der Figur
Stranger Animals verleiht ungewöhnlichen Arten eine erfundene visuelle Persönlichkeit. Der echte Binturong verdient einen eigenen Blick: Greifschwanz, Ernährung und Lebensraum sind auch ohne Fantasiekräfte bemerkenswert. Unser Titelbild illustriert diese Merkmale. Den wirklichen Namen zu kennen ist ein erster Schritt, mehr als nur ein kurioses Gesicht zu sehen.
